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Sonntag, 09. Dezember 2018

Geschichte des Hauses


Das ehemalige königlich bayrische Forsthaus Einsiedl wurde 1880 am südlichen Ufer des Walchensees erbaut. Unmittelbar zum See hin erstreckt sich eine der wenigen flachen Uferbereiche des Walchensees, die Flächen sind Kalkmagerrasen im Buckelwiesenbereich und besonders geschützt. Die Straße vom Ort Walchensee nach Wallgau und in die Jachenau führte direkt am Forsthaus vorbei. Wenn König Ludwig II das ehemalige Gasthaus Altlach am östlichen Seeufer besuchte, kam er direkt an seinem Forsthaus vorbei, ob er dabei seinen königlich bayerischen Forstmeister begrüßte, ist nicht überliefert. Der ganze See und die umliegenden Wälder waren im Besitz der Wittelsbacher und für die Jagd und Holzwirtschaft wurden um den See drei Forsthäuser gebaut.


Unruhig wurde es in den zwanziger Jahren, als für das Walchenseekraftwerk gegenüberliegend der Isarzulauf fertiggestellt wurde. Vor dem Forsthaus auf den Buckelwiesen war bis 1950 eine Wildfütterungstelle - das verfallene Gebäude ist noch zu sehen - im Winter kamen jeden Tag bis zu 50 Hirsche zur Fütterung.

In den letzten Kriegstagen am 24. April 1945 wurden die letzten Reserven der Deutschen Reichsbank im Forsthaus Einsiedl aufbewahrt, bevor sie auf dem gegenüberliegenden Berg, dem Steinriegl vergraben wurden. Es waren 365 Säcke mit je zwei Goldbarren, 9 Briefumschläge mit den Dokumenten zum Gold, 4 Kisten mit Gold, 2 Säcke mit Goldmünzen, 6 Kisten mit dänischen Münzen, 94 Säcke mit Fremdwährungen, vor allem U. S. Dollars, dazu Schweizer Franken, britische Pfund und andere. Am 6. Juni 1945 wird das Versteck von den Alliierten entdeckt, es fehlten 100 Goldbarren, die Dollars und Schweizer Franken. Bis 1948 waren die Amerikaner im Forsthaus einquartiert.

In den 50 Jahren wurde das Haus gründlich renoviert, zusätzlich wurde im 1. Stock ein Forstbüro in die Tenne gebaut als jetzt Matratzenlager. Die Verbindungstreppe zum 1. Stock wurde abgebaut und eine neue im hinteren Bereich - Getränkelager- erstellt. Das Erdgeschoß wurde ab 1975 als eine eigenständige Ferienwohnung vom Staatsforst vermietet. 1995 verließ der letzte Förster das Haus.

Seit Mai 2000 steht nun das Haus der Allgemeinheit als "Jugendhaus Walchensee" zur Verfügung.